7 Fehler beim Fassade streichen — und wie du sie vermeidest
Die Fassade frisch streichen — klingt einfacher als es ist. Ob nach dem Winter oder vor dem Hausverkauf: Viele Heimwerker greifen motiviert zur Farbwalze, übersehen aber entscheidende Details. Das Ergebnis? Abblätternde Farbe, Flecken, Streifen oder Blasenbildung schon nach wenigen Monaten. Damit dir das nicht passiert, zeigen wir dir die 7 häufigsten Fehler beim Fassade streichen — und wie du sie als Heimwerker sicher vermeidest. Falls du eine komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung suchst, schau dir unsere komplette Anleitung zum Fassade streichen an.
Die 7 häufigsten Fehler beim Fassade streichen
- Untergrund nicht geprüft — Schmutz, Risse und kreidende Altanstriche führen zu schlechter Haftung
- Grundierung vergessen — ohne Tiefgrund saugt der Putz die Farbe ungleichmäßig auf
- Falsche Fassadenfarbe gewählt — Siliconharz auf Silikat oder umgekehrt verursacht Abplatzungen
- Bei falschem Wetter gestrichen — unter 10°C, bei Regen oder praller Sonne trocknet Farbe falsch
- Nicht nass in nass gearbeitet — Unterbrechungen erzeugen sichtbare Ansätze und Streifen
- Zu dünn aufgetragen — ein Anstrich reicht fast nie, und der zweite muss warten bis der erste durchgetrocknet ist
- Abkleben vergessen — Farbspritzer auf Fenstern und Sockel sind ärgerlich und schwer zu entfernen
Fehler 1: Untergrund nicht geprüft und vorbereitet
Der häufigste Fehler passiert, bevor überhaupt der Farbeimer geöffnet wird: Die Fassade wird nicht richtig untersucht und vorbereitet. Lose Altanstriche, Schmutz, Algen, Moos oder kreidende Oberflächen sorgen dafür, dass die neue Farbe nicht haftet. Schon nach wenigen Wochen blättert sie ab.
So machst du es richtig
Fahre mit der Handfläche über die Fassade. Bleibt weißer Abrieb an der Hand, kreidet der Altanstrich — dann muss er abgewaschen oder abgebürstet werden. Risse mit Fassaden-Streichfüller schließen, Algen und Moos mit einer Bürste und Algentferner behandeln. Erst wenn der Untergrund sauber, tragfähig und trocken ist, kann die neue Farbe dauerhaft halten.
Profi-Tipp vom Malermeister: Wenn du Algen- oder Pilzbefall an der Fassade hast, lohnt sich eine Fassadenfarbe mit Algenschutz. Das verhindert erneuten Befall und spart dir die nächste Renovierung.
Fehler 2: Grundierung vergessen oder falsch gewählt
Viele Heimwerker streichen direkt auf den blanken Putz oder den alten Anstrich — ohne Grundierung. Das Ergebnis: Der Untergrund saugt die Farbe ungleichmäßig auf, es entstehen Flecken und die Deckkraft leidet. Welche Grundierung du brauchst, hängt vom Untergrund und der gewählten Fassadenfarbe ab.
So machst du es richtig
Saugende Untergründe (Putz, Beton, Mauerwerk) brauchen einen Tiefgrund, der das Saugverhalten reguliert. Für Standard-Dispersions- und Reinacrylat-Fassadenfarben ist der Brillux Lacryl Tiefgrund 595 (ab 22,87 €, 22,87 €/l) die richtige Wahl. Für Siliconharz-Systeme empfehlen wir die passende Siliconharz-Grundierung. Wichtig: Die Grundierung muss komplett durchtrocknen, bevor du mit dem Deckanstrich beginnst. In der Rubrik Grundierungen und Tiefgrund findest du alle passenden Produkte.
Unsere Empfehlung: Brillux Lacryl Tiefgrund 595 — der Allrounder für saugende mineralische Untergründe. Reguliert das Saugverhalten und sorgt für gleichmäßige Deckkraft. Ab 22,87 € (22,87 €/l).
Fehler 3: Falsche Fassadenfarbe für den Untergrund
Fassadenfarbe ist nicht gleich Fassadenfarbe. Es gibt Siliconharzfarben, Silikatfarben, Reinacrylat-Farben und Dispersionsfarben — und jede hat ihre Stärken und Grenzen. Der Fehler: Einfach die billigste Farbe aus dem Baumarkt nehmen, ohne zu prüfen, ob sie zum Untergrund und zum bestehenden Anstrich passt. Siliconharz auf altem Silikat oder umgekehrt kann zu Abplatzungen und Haftungsproblemen führen.
So machst du es richtig
Prüfe zuerst, welcher Altanstrich auf der Fassade ist. Für die meisten Untergründe und als Allrounder-Lösung ist die Brillux Evocryl 200 (ab 84,56 €, 84,56 €/l) eine sichere Wahl — sie ist hoch wetterresistent und auf fast allen Untergründen einsetzbar. Für mineralische Untergründe mit bestehendem Silikat-Anstrich greifst du besser zu einer Silikatfarbe. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Artikel Siliconharzfarbe vs. Silikatfarbe im Vergleich. Außerdem lohnt sich ein Blick in unseren Praxis-Check zur Brillux Secolux 918, wenn du dich für Siliconharz entscheidest.
Alle verfügbaren Fassadenfarben-Typen findest du hier: Fassadenfarben, Siliconharzfarben, Silikat-Außenfarben und Dispersions-Außenfarben.
Unsere Empfehlung: Brillux Evocryl 200 — Reinacrylat-Fassadenfarbe mit höchster Wetterresistenz. Auf nahezu allen Untergründen einsetzbar, auch über alten Dispersionsanstrichen. Ab 84,56 € (84,56 €/l).
Fehler 4: Bei falschem Wetter gestrichen
Fassadenfarbe braucht bestimmte Bedingungen, um richtig zu trocknen und auszuhärten. Viele Heimwerker streichen bei zu kaltem, zu heißem oder zu nassem Wetter — und wundern sich dann über Blasen, Risse oder schlechte Haftung. Besonders tückisch: Direkte Sonneneinstrahlung auf eine frisch gestrichene Fassade lässt die Oberfläche zu schnell trocknen, während darunter noch feuchte Farbe sitzt — das führt zu Runzelbildung.
So machst du es richtig
- Temperatur: Ideal sind 10–25°C. Unter 5°C keine Fassadenfarbe verarbeiten.
- Regen: Mindestens 24 Stunden vorher und nachher kein Regen. Die Fassade muss trocken sein.
- Sonne: Nicht in der prallen Mittagssonne streichen. Früh morgens starten oder die Schattenseite wählen.
- Wind: Leichter Wind ist gut (trocknet die Farbe), starker Wind trocknet die Oberfläche zu schnell.
Profi-Tipp vom Malermeister: Schau dir die Wettervorhersage für mindestens 3 Tage im Voraus an. Die Fassade braucht nicht nur zum Streichen gutes Wetter, sondern auch zum Trocknen. Ein stabiles Hochdruckgebiet im Frühling oder Herbst ist ideal.
Fehler 5: Nicht nass in nass gearbeitet
Du streichst eine Bahn, machst Pause, holst dir einen Kaffee — und setzt dann neben der angetrockneten Bahn an. Das Ergebnis: Sichtbare Ansätze, Streifen und ungleichmäßige Farbflächen. Fassadenfarbe verzeiht keine Unterbrechungen innerhalb einer Fläche.
So machst du es richtig
Arbeite immer nass in nass: Setze die nächste Bahn an, solange die vorherige noch feucht ist. Arbeite in der Kreuzgang-Technik (erst senkrecht, dann waagerecht überrollen) und plane deine Abschnitte so, dass du eine zusammenhängende Fläche in einem Durchgang schaffst. Mit einer guten Brillux Premium-Farbwalze 25 cm (ab 36,49 €) schaffst du große Flächen zügig und gleichmäßig. Weiteres Malerzubehör wie Teleskopstangen und Abstreifgitter findest du bei uns im Shop.
Fehler 6: Zu wenig oder zu dünn aufgetragen
Ein Anstrich und fertig? Fast nie. Die meisten Fassadenfarben brauchen zwei Anstriche für volle Deckkraft und optimalen Schutz. Wer zu dünn aufträgt oder den zweiten Anstrich spart, bekommt eine Fassade, die fleckig aussieht und nicht ausreichend geschützt ist. Genau so problematisch: Den zweiten Anstrich zu früh auftragen, bevor der erste komplett durchgetrocknet ist. Das führt zu Runzelbildung und Ablösungen.
So machst du es richtig
- Erster Anstrich: Satt und gleichmäßig auftragen. Nicht versuchen, mit einem Anstrich die volle Deckkraft zu erreichen.
- Trocknungszeit: Herstellerangaben beachten — bei den meisten Fassadenfarben mindestens 12–24 Stunden.
- Zweiter Anstrich: Erst wenn der erste Anstrich komplett durchgetrocknet und griffest ist.
- Verbrauch: Kalkuliere den Farbverbrauch vorher. Lieber einen Eimer mehr kaufen als mittendrin ohne Farbe dazustehen.
Fehler 7: Abkleben und Schutz vernachlässigt
Fensterrahmen, Sockel, Türrahmen, Pflanzen, Pflasterflächen — alles, was nicht gestrichen werden soll, muss vor dem Fassadenanstrich geschützt werden. Farbspritzer von Fassadenfarbe lassen sich besonders schwer entfernen, wenn sie erst einmal ausgehärtet sind. Das gilt auch für den Boden und Dachrinnen.
So machst du es richtig
- Abkleben: Fenster, Türen und Sockelkanten mit hochwertigem Malerkrepp und Abdeckfolie schützen.
- Bodenbereich: Abdeckvlies oder Folie unter dem Arbeitsbereich auslegen.
- Pflanzen: Sträucher und Beete mit Folie abdecken oder zurückschneiden.
- Gerüst vs. Leiter: Für Flächen ab dem 1. OG ist ein Gerüst Pflicht — nicht nur für die Sicherheit, sondern auch fürs Ergebnis. Von der Leiter aus lässt sich nicht nass in nass arbeiten.
Passendes Abklebe- und Schutzmaterial findest du in unserem Malerzubehör-Sortiment.
Bonus: Fassadenfarbe blättert nach dem Streichen ab — was tun?
Wenn die Fassadenfarbe schon nach kurzer Zeit abblättert, Blasen wirft oder sich ablöst, gibt es drei Hauptursachen: Feuchtigkeit im Mauerwerk, fehlende oder falsche Grundierung und eine unverträgliche Farbkombination (z. B. Dispersionsfarbe über altem Silikat-Anstrich). In diesem Fall hilft nur eine gründliche Diagnose:
- Feuchtigkeit prüfen: Sind die betroffenen Stellen feucht? Dann muss zuerst die Ursache (defekte Abdichtung, aufsteigende Feuchtigkeit) behoben werden.
- Abblätternde Farbe entfernen: Lose Farbschichten komplett abkratzen und abschleifen, bis du auf einem tragfähigen Untergrund bist.
- Neu grundieren: Mit dem passenden Tiefgrund das Saugverhalten regulieren.
- Richtige Farbe wählen: Diesmal den Altanstrich berücksichtigen und eine kompatible Fassadenfarbe verwenden.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich die Fassade vor dem Streichen grundieren?
Ja, in den meisten Fällen ist eine Grundierung unverzichtbar. Sie reguliert das Saugverhalten des Untergrunds und sorgt dafür, dass die Fassadenfarbe gleichmäßig deckt und dauerhaft haftet. Ohne Grundierung riskierst du Flecken und vorzeitiges Ablösen. Ein Tiefgrund wie der Brillux Lacryl Tiefgrund 595 ist für die meisten Untergründe die richtige Wahl.
Bei welcher Temperatur kann ich die Fassade streichen?
Die ideale Temperatur liegt zwischen 10 und 25°C. Unter 5°C solltest du auf keinen Fall streichen, da die Farbe nicht richtig aushärten kann. Auch über 30°C ist problematisch, weil die Farbe zu schnell trocknet und Risse entstehen können.
Warum blättert meine Fassadenfarbe schon nach kurzer Zeit ab?
Die drei häufigsten Ursachen sind: Feuchtigkeit im Mauerwerk, fehlende Grundierung und eine zum Altanstrich unverträgliche Farbwahl. Prüfe zuerst, ob die Fassade trocken ist, und stelle sicher, dass die neue Farbe zum bestehenden Anstrich passt.
Reicht ein Anstrich bei der Fassade?
In der Regel nicht. Die meisten Fassadenfarben erreichen ihre volle Deckkraft und ihren optimalen Schutz erst mit zwei Anstrichen. Der zweite Anstrich sollte erst aufgetragen werden, wenn der erste komplett durchgetrocknet ist — das dauert je nach Farbe und Wetter 12 bis 24 Stunden.
Fazit: So wird dein Fassadenanstrich perfekt
Die meisten Fehler beim Fassade streichen lassen sich mit guter Vorbereitung vermeiden: Untergrund prüfen, richtig grundieren, die passende Farbe wählen, aufs Wetter achten und sauber arbeiten. Mit den richtigen Produkten und etwas Geduld bekommt auch jeder Heimwerker ein professionelles Ergebnis hin.
Noch mehr Tipps und eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Ratgeber zum Fassade streichen. Und bei Streich Dich Glücklich findest du alles, was du brauchst — von Fassadenfarben über Grundierungen bis zum Werkzeug.
Die passenden Produkte für dein Fassaden-Projekt
- Brillux Evocryl 200 — Reinacrylat-Fassadenfarbe, höchste Wetterresistenz, für nahezu alle Untergründe. Ab 84,56 € (84,56 €/l)
- Brillux Secolux 918 — Siliconharz-Fassadenfarbe, hoch wasserabweisend und dampfdiffusionsoffen. Ab 51,52 € (89,25 €/l)
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