Siliconharzfarbe vs. Silikatfarbe: Welche Fassadenfarbe ist besser?
Siliconharzfarbe oder Silikatfarbe — welche Fassadenfarbe ist die richtige für dein Projekt? Beide gehören zu den hochwertigen Fassadenfarben und übertreffen einfache Dispersionsfarben deutlich in Haltbarkeit und Schutzwirkung. Aber sie funktionieren grundlegend verschieden. In diesem Vergleich klären wir die wichtigsten Unterschiede, damit du die richtige Entscheidung für deine Fassade triffst.
Siliconharzfarbe vs. Silikatfarbe: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Eigenschaft | Siliconharzfarbe | Silikatfarbe |
|---|---|---|
| Bindemittel | Siliconharz + Kunstharz | Kaliwasserglas (mineralisch) |
| Haftung | Bildet Schicht auf der Oberfläche | Verkieselt chemisch mit dem Untergrund |
| Wasserabweisung | Sehr hoch (Lotuseffekt) | Mittel |
| Dampfdurchlässigkeit | Hoch | Sehr hoch |
| Geeignete Untergründe | Fast alle (auch auf altem Dispersionsanstrich) | Nur mineralisch (Kalk, Zement, Beton) |
| Lotuseffekt | Ja — selbstreinigend | Nein |
| Algenschutz | Sehr gut (wasserabweisend) | Gut (alkalisch) |
| Farbtonvielfalt | Groß — alle Farbtöne möglich | Eingeschränkt — nur alkalibeständige Pigmente |
| Ökobilanz | Mittel (energieintensive Herstellung) | Sehr gut (rein mineralisch) |
| Verarbeitung | Einfach — wie Dispersionsfarbe | Anspruchsvoll — Schutzkleidung nötig |
| Preis | Mittel bis hoch | Hoch |
Siliconharzfarbe — der vielseitige Allrounder
Siliconharzfarben sind seit Jahren die beliebteste Wahl für Fassadenanstriche — und das hat gute Gründe. Sie vereinen die einfache Verarbeitung von Dispersionsfarben mit dem Witterungsschutz mineralischer Farben.
Der Lotuseffekt ist das Hauptargument für Siliconharzfarbe: Die Oberfläche ist so wasserabweisend, dass Regentropfen Schmutzpartikel einfach mitnehmen. Die Fassade reinigt sich quasi selbst — besonders praktisch an Wetterseiten und in Gegenden mit viel Regen.
Die Stärken im Überblick:
- Wasserabweisend — Regen perlt ab, Feuchtigkeit dringt nicht ein
- Dampfdurchlässig — Feuchtigkeit aus der Wand kann trotzdem entweichen
- Universell einsetzbar — haftet auf mineralischen Untergründen UND auf alten Dispersionsanstrichen
- Filmschutz gegen Algen und Pilze — besonders wichtig an Nordseiten
- Einfach zu verarbeiten — streicht sich wie eine normale Dispersionsfarbe
Unsere Empfehlung Siliconharz: Brillux Secolux 918 — bewährt auf tausenden Baustellen, mit Lotuseffekt und integriertem Filmschutz. Ab €51,52 (€89,25/l). Mehr dazu in unserem Secolux 918 Praxis-Check.
Silikatfarbe — die mineralische Premium-Lösung
Silikatfarben sind das Original unter den Fassadenfarben — rein mineralisch, auf Basis von Kaliwasserglas. Ihr Besonderes: Sie verkieseln chemisch mit dem Untergrund und werden buchstäblich eins mit der Wand. Das macht sie extrem langlebig.
Die Stärken im Überblick:
- Chemische Verbindung — verkieselt mit mineralischen Untergründen, blättert nie ab
- Höchste Dampfdurchlässigkeit — die atmungsaktivste Fassadenfarbe überhaupt
- UV-beständig — verblasst kaum, auch nach Jahrzehnten
- Natürlicher Schimmelschutz — der hohe pH-Wert (alkalisch) macht Pilzen das Leben schwer
- Beste Ökobilanz — rein mineralisch, frei von Lösemitteln und Weichmachern
Der Haken: Silikatfarbe haftet ausschließlich auf mineralischen Untergründen — Kalkputz, Zementputz, Beton. Auf einem alten Dispersionsanstrich oder Kunstharzputz funktioniert sie nicht. Und die Verarbeitung ist anspruchsvoller: Schutzbrille und Handschuhe sind Pflicht, da das Kaliwasserglas stark alkalisch ist.
Unsere Empfehlung Silikat: Brillux Extrasil 1911 — hochwertige Silikat-Fassadenfarbe mit ausgezeichneter Wetterbeständigkeit. Ab €97,70 (€67,63/l)
Und was ist mit Dispersionsfarbe?
Dispersionsfarben für außen sind die günstigste Option und am einfachsten zu verarbeiten. Sie haften auf praktisch jedem Untergrund und bieten die größte Farbtonvielfalt. Allerdings sind sie weniger witterungsbeständig und haben weder den Lotuseffekt der Siliconharzfarbe noch die Verkieselung der Silikatfarbe.
Für eine schnelle Auffrischung sind sie okay — wenn du aber 10-15 Jahre Ruhe haben willst, greif lieber zu Siliconharz oder Silikat. Mehr zum Thema Fassadenanstrich insgesamt findest du in unserem Ratgeber "Fassade streichen".
Welche Fassadenfarbe für welchen Untergrund?
Die Entscheidung hängt vor allem vom Untergrund ab. Hier die klare Zuordnung:
- Kalkputz, reiner Zementputz, Beton (unbeschichtet): Silikatfarbe ist hier die erste Wahl — die Verkieselung sorgt für maximale Haltbarkeit
- Alter Dispersionsanstrich, Kunstharzputz, WDVS: Siliconharzfarbe — sie haftet auch auf nicht-mineralischen Untergründen
- Mischuntergründe oder unsicher: Siliconharzfarbe — sie ist der sicherere Griff, wenn du den Untergrund nicht genau kennst
- Historische Gebäude, Denkmalschutz: Silikatfarbe — denkmalgerechte Beschichtung, mineralisch und dampfdurchlässig
Profi-Tipp vom Malermeister
Mach den Wischtest: Fahr mit der flachen Hand über die Fassade. Kreidet oder sandig? Dann ist der Untergrund mineralisch und Silikatfarbe funktioniert. Bleibt die Hand sauber und die Oberfläche fühlt sich glatt an? Dann ist wahrscheinlich eine Dispersion drauf — nimm Siliconharzfarbe. Im Zweifel vorher mit Tiefgrund (ab €22,87, €22,87/l) grundieren.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Silikatfarbe auf Dispersionsfarbe streichen?
Nein — Silikatfarbe braucht einen mineralischen Untergrund für die Verkieselung. Auf einem alten Dispersionsanstrich haftet sie nicht. In dem Fall ist Siliconharzfarbe die richtige Wahl, da sie auf fast allen Untergründen funktioniert.
Was bedeutet "diffusionsoffen" bei Fassadenfarbe?
Diffusionsoffen (oder dampfdurchlässig) heißt, dass Wasserdampf aus dem Mauerwerk durch die Farbe nach außen entweichen kann. Beide Farbtypen sind diffusionsoffen — Silikatfarbe etwas stärker als Siliconharzfarbe. Das verhindert Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung in der Wand.
Welche Fassadenfarbe ist die beste für Altbau?
Für Altbauten mit mineralischem Putz ist Silikatfarbe ideal — sie ist denkmalgerecht und verkieselt mit dem Untergrund. Wurde der Altbau irgendwann mit Dispersionsfarbe gestrichen, ist Siliconharzfarbe die bessere Wahl. Im Zweifel den Untergrund prüfen (Wischtest).
Ist Siliconharzfarbe umweltfreundlich?
Die Ökobilanz von Siliconharzfarbe ist schlechter als die von Silikatfarbe, da die Herstellung energieintensiver ist. Silikatfarbe besteht aus rein mineralischen Rohstoffen und ist in Sachen Umweltverträglichkeit klar im Vorteil.
Fazit — Unsere Empfehlung
Siliconharzfarbe ist die sichere Wahl für die meisten Fassaden. Sie funktioniert auf praktisch jedem Untergrund, ist leicht zu verarbeiten und der Lotuseffekt hält die Fassade jahrelang sauber. Wer einen rein mineralischen Untergrund hat und Wert auf die beste Ökobilanz legt, greift zur Silikatfarbe — muss aber etwas mehr Sorgfalt bei der Verarbeitung mitbringen.
Bei Streich Dich Glücklich findest du beide Farbtypen von Brillux — von Siliconharzfarben über Silikatfarben bis zu passenden Grundierungen. Eine ausführliche Anleitung zum gesamten Ablauf findest du in unserem Ratgeber "Fassade streichen".
Die passenden Produkte
- Brillux Secolux 918 — Siliconharz-Fassadenfarbe mit Lotuseffekt und Filmschutz. Ab €51,52 (€89,25/l)
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